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Virtualisierung bei “heute” von morgen

Montag, 15. Juni 2009

Wenn ich mir das so ansehe, was da für das neue virtuelle Studio des ZDF geplant ist, werde ich etwas nachdenklich. Aus vielerlei Gründen. Aber – vielleicht der Reihe nach…

Worum geht es?

Das ZDF hat in den vergangenen zwei Jahren ein ca. 30 Millionen EUR teures, virtuelles Nachrichtenstudio auf den Lerchenberg gestellt. Ich frage mich angesichts dieser doch immensen Summe, ob so etwas wirklich nötig ist (ohne hier eine GEZ-Diskussion anzetteln zu wollen). Ich möchte vielmehr aus ganz anderen, teils persönlichen, teils gesellschaftlichen Gründen auf die Sache blicken.

Was war denn so falsch am alten Studio? Ich fand, das 2001 mit dem “neuen” ZDF-Logo eingeführte heute-(Studio)design mit dem blau-orangen Hintergrund hat etwas Seriöses und dennoch Frisches und Modernes. Dabei vermitteln die Holzpaneelen im Hintergrund irgendwie sowas wie einen “ruhenden Pol”. Nun, das ist meine persönliche Meinung und natürlich Geschmackssache, aber mir hat die alte Deko und überhaupt die alte N (das alte Studio) sehr gut gefallen.

Grüne Hölle

Ein “Tapetenwechsel” wäre aus meiner Sicht nicht nötig, aber er kann ja manchmal auch nicht schaden. Ein Redesign – warum nicht, dachte ich zunächst, bevor die Pläne für das virtuelle Studio standen (ja, man dachte zunächst tatsächlich über ein einfach nur größeres, aber “normales” Studio nach). Als dann stattdessen die viel teuere grüne Hölle gebaut wurde, fürchtete ich schon, dass das Design, da virtuell, ganz sicher nicht mehr so seriös wirken kann wie früher. Stattdessen stellt man sich in eine Reihe mit Pro7, SAT.1, N24 und Co. – so meine Befürchtungen.

Das virtuelle Studio – selbst, wenn technisch noch so perfekt realisiert (und das ist es, davon muss man angesichts millionenteurer VizRT-Rechner schon mal ausgehen) – wird nie so aussehen wie das Signal einer guten Kamera; die Moderatoren werden immer “reingestanzt” / “gekeyt” aussehen. Hätte man doch lieber das viele Geld in noch bessere Kameras und noch besseres Audioequipment gesteckt (m.M.n. eh wichtiger als das Bild des Studios). Aber gut. So sei es. Aber wenn man sich jetzt mal die Begründungen anschaut, wozu das neue Virtuelle gut sein soll, wird einem übel: Man will mehr “Erklärstücke” in einem 3-dimensionalen “Erklärraum” bringen.

Der allgegenwärtige Erklär-Overkill

Ja, und das war für mich der Auslöser, diesen Artikel überhaupt anzufangen. Diese Erklärerei. Teil einer gesellschaftlichen Entwicklung, die – so paradox es klingt – das “gemeine Volk” (den Fernsehzuschauer) weniger bildet denn nach und nach verdummen lässt. Überhaupt begegnen uns heute im Leben immer mehr Hinweise, Schilder, Warnungen, Tipps und Tricks und derlei mehr, die uns doch ja vor den Unbilden des harten Lebens schützen und uns vor aber auch wirklich allem vorwarnen sollen.

Dass ein Kaffeebecher heiß ist, sollte einem der gesunde Menschenverstand sagen und nicht eine Aufschrift auf dem Becher. Wonach ich suchen will, sollte ich mir überlegt haben, bevor das AutoComplete von Google zuschlägt. Dass “Objekte” im Rückspiegel näher sein können als sie erscheinen, sollte ich in der Fahrschule gelernt haben und muss es nicht in Form eines dämlichen Warnsatzes auf dem Spiegel lesen. Und: Wenn ich etwas in den Nachrichten sehe, das mich interessiert, das ich aber nicht ganz verstehe, dann sollte ich mich hinsetzen und recherchieren (das steht ja jedem (noch) frei), anstatt zu warten, dass Madame Slomka mir in einem auf die Schnelle hingeklatschten (freie Übersetzung von “rapid prototyping”) 3D-Erklärraum die “Wahrheit” in Form von Hintergrundinfos zu dem Thema erklärt.

Diese Erklärstücke werden sachlich bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt sein, da könnt ihr euch ganz, ganz sicher drauf verlassen. Denn wenn die heute und das journal auch nur einen Funken ihrer Aktualität behalten wollen, dann werden sie die Erklärstücke wirklich lieblos machen. Wirklich lieblos. Und ich glaube jeder von euch, der sich in einer Materie X gut auskennt, kennt das unbefriedigende Gefühl, das ein jeder Fernsehbeitrag über Thema X hinterlässt und das mitunter an “Da! Sie desinformieren wieder gezielt die Öffentlichkeit!” grenzt.

(Spinnerter Gedanke von mir: Fehlt nur noch, dass Markus Lanz die Erklärstücke moderiert. Ihr wisst schon, der, der nach jedem Satz an den TV-Zuschauer in die Kamera nickt, als spräche er mit einem 2-Jährigen).

Nachrichten oder Magazin?

Der nächste Schritt wäre dann die Zusammenlegung von “hallo deutschland” mit “heute”, dann könnten sie aber auch auf Aktualität verzichten und alles zu einer großen Magazinsendung machen.

So, ich weiß, dass ich jetzt etwas abgeschweift bin, aber genau diese Gedankengänge gehen mir durch den Kopf, wenn ich an das neue Studio denke. Dass ganz nebenbei natürlich Personal eingespart wird (das Wort “Roboter” sagt alles…), ist dabei nur einer der Punkte… OK, ich komme zum Schluss. Vielleicht noch die aktuellen Fakten: Am 17.07.2009 soll das Studio mit der 19:00-heute auf Sendung gehen, heute lief übrigens der erste Trailer dazu, im offiziellen ZDF-Vorabendprogramm und mit Anklängen der neuen Musik im Hintergrund (zu der ich mich aber jetzt nicht auslasse, sonst wirds sehr lang). “logo” und das “heute journal” sollen irgendwann auch aus der neuen N kommen, aber wahrscheinlich nicht mehr dieses Jahr. Ergänzend zur Überschrift möchte ich mit der Frage schließen: Schnörkelloses Vermitteln realer Nachrichten – eine Idee von gestern?

Noch’n Heise-Beitrag

Montag, 11. Mai 2009

“Gravierende Einwände hat der Bitkom gegen die geplante Befugnis für die Zugangsanbieter, im Rahmen des Betriebs der vorgesehenen Stopp-Seite anfallende personenbezogene Daten wie IP-Adressen zu erheben und auf Anforderung Strafverfolgern zu übermitteln. Damit unterstelle die Politik faktisch, dass jeder Zugriff auf das virtuelle Warnschild eine Straftat darstellt. “Das ist sachwidrig und rechtlich bedenklich, da es viele Methoden gibt, einen Internetnutzer ohne dessen Willen und ohne dass es ihm bewusst wird, zur unterschwelligen dauerhaften Abfrage von Webseiten zu bringen.” Diese lägen dann im Browser-Cache und könnten bei einer Hausdurchsuchung als “Beweismittel” herangezogen werden.”

Mehr muss nicht gesagt werden, oder?
(Zitat-Quelle: http://www.heise.de/newsticker/meldung/137558, aus einer Stellungnahme des Bitkom).

Auch im letzten c’t TV bezieht heise klar Position (“dann haben wir hier Klein-China”). Ita est.

Nochmal neu

Montag, 11. Mai 2009

Na, wollen wir hoffen, dass der Fall nochmal verhandelt wird. Denn so geht es doch nun wirklich nicht! Das ging auch alles eindeutig viel zu schnell auf einmal, und in meinen Augen war das Urteil eindeutig falsch. Aber so ist das nun einmal, wenn Internetausdrucker über Dinge entscheiden, die sie einfach nicht verstehen.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/137584

Eine Technik, die viele Probleme im Internet lösen kann (Bandbreite, Zugriffsbeschränkungen etc.), derart in den Dreck zu ziehen und zu verurteilen, grenzt schon an Ignoranz. Warum ein Verzeichnis hierzu (wenn man das so nennen darf) an möglichen nicht legitimen, auf mehreren PCs verstreuten Inhalten eine Schuld haben sollte, ist mir als vernunftbegabtem Menschen äußerst schleierhaft.

Na, wisst ihr, über was ich rede (auch bevor ihr auf den Link geklickt habt)?

Auch wenns immer schwerer fällt, trotzdem eine schöne Zeit im Netz
wünscht Fabian

Mitzeichnen!

Freitag, 08. Mai 2009

Die 50.000-Zeichner-Marke ist mittlerweile überschritten, dennoch, bitte zeichnet mit, sofern ihr es noch nicht getan habt, und verbreitet diesen Link.

https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860

Ich schreibe jetzt selbst zum Thema nichts mehr, da gibt es eigentlich nichts mehr zu zu sagen. Zensursula macht sprachlos angesichts ihrer geballten Inkompetenz und Sorglosigkeit in Bezug auf unser aller Demokratieverständnis (lesenswert ist dazu dieser Artikel, vor allem der Abschnitt vor dem ersten Voting).

Fabians WebWorld: Jetzt endlich mit eigener .de-Domain!

Donnerstag, 30. April 2009

Nach mittlerweile 6 Jahren des Betriebs unter der bekannten .de.vu-Subdomain (www.f-schneider.de.vu) ist meine Webseite jetzt endlich auch unter einer richtigen .de-Domain erreichbar: www.fabians-webworld.de!

Alle bisherigen Wege, meine Seite zu erreichen, bleiben natürlich weiterhin aktiv, und wer eine Adresse zu meiner Seite “verbreiten” will, kann auch weiterhin die gleichbereichtigte www.f-schneider.de.vu-Adresse verwenden. Um die Seite ganz “neuen” Besuchern bekannt zu machen, würde ich aber die www.fabians-webworld.de bevorzugen!

In diesem Sinne wünsche ich euch eine gute Zeit,

Gruß Fabian

Das Wortspiel mit der Asche spare ich mir jetzt…

Donnerstag, 26. März 2009

Vorbildlich: PHOENIX stellt nach dem Redesign alle Jingles, Loops und sonstigen Musiken zum kostenlosen Download bereit, und zwar in wirklich guter Qualität (192 kbit/s MP3 mit samplegenau gesetzen Loops). Nebenbei sind die Musiken auch wirklich gut, ich finde dem Vorbild “Nachrichtentrailer im Symphonieorchester-Sound” sollten andere folgen. Naja, zu einem echten Orchester hat es hier nicht gereicht, aber immerhin! Das “virtuelle Orchester” legt sich mächtig ins Zeug, besonders hier und hier (das Ende wird jedem Hornisten gefallen) geht’s ab…

Die neuen Musiken sind aber, nebenbei bemerkt (und das ist meine persönliche Meinung), das einzig gute am Redesign von PHOENIX. Das alte Design mit viel Blau und Orange gefiel mir deutlich besser, auch wirkt die neue Webseite noch etwas unfertig. Man merkt, dass keine professionelle Designfirma damit betraut wurde, sondern einer kleinen Abordnung innerhalb des ZDF freie Hand gelassen wurde. Dass das auch sehr gut gehen kann, zeigt der mitunter 7 Jahre zurückliegende und meiner Ansicht nach überaus gelungene Design-Relaunch von 3sat, der ebenfalls im Haus (ZDF) in Zusammenarbeit mit der FH Mainz entstand.

Nun ja, PHOENIX bleibt sich mit dem “Quick & Dirty”-Relaunch vielleicht dahingehend treu, dass man ja auch “15 Minuten vorher noch nicht weiß, was man senden will” (so ähnlich gehört aus dem Munde eines PHOENIX-Verantwortlichen)…

In diesem Sinne: nicht zu viel Fernsehen und eine schöne Zeit wünscht

Fabian

Aus für Opel?

Mittwoch, 25. März 2009

Opel CorsaNachdem er sich nun 13 Jahre (damals als EU-Neuwagen gekauft) im “Familienbesitz” befand und die letzten 4 Jahre von mir gefahren wurde, ist es nun so weit. Mein weißer Opel Corsa B (Modell “city”, Bj. 1996, 1.2 Motor C12NZ 45 PS), der in den letzten 13 Jahren so gut wie keine Probleme gemacht hat (außer Auspuff und Batterie, also das übliche) kommt nicht mehr über den TÜV. Er war all die Jahre richtig “pflegeleicht” – aber ich fahre auch nicht viel, er hat erst 50.000 km. Jetzt soll die Spurstange ausgeschlagen sein – angeblich Materialermüdung und nicht mit der Fahrleistung in Verbindung zu sehen.

Nun, ich muss schon zugeben, an dem Auto zu hängen. Er wird natürlich immer schön sauber gehalten, wo nötig gewartet (aber er hat auch nicht viel, was gewartet werden müsste). Ein großes Plus ist die Abwesenheit von Elektronik: Nicht mal eine Uhr hat er, geschweige denn ABS, Servolenkung oder sonstigen Firlefanz. Eine Funkuhr ist natürlich jetzt schon drin (Marke “Eigenbau”), auch ein selbst eingebautes Radio. Generell profitiert dieses Auto aber von dem Motto: Was nicht existiert, geht auch nicht kaputt.

Der erste Schock ist mittlerweile überwunden, spätestens die Tatsache, dass mehr als EUR 1.200 in das Auto gesteckt werden müssten, um es über den TÜV zu bringen, brachte mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Wie gerufen kommt da natürlich die Abwrackprämie.

Zuerst dachte ich als Ersatz wieder an einen Opel Corsa, aber das aktuelle Modell wäre für mich kein wirklicher automobiler “Fortschritt” gewesen, außerdem zahlt man bei Opel wirklich für alles extra und die Lieferzeiten waren enorm. Darüber hinaus weiß man ja auch nicht, was aus Opel wird – nicht dass ich mit meiner etwas scherzhaften Überschrift doch noch recht haben werde…

Jedenfalls habe ich mich umgesehen und bin nach einigem Suchen zu einem ganz anderen Auto gekommen – zu welchem, wird aber hier noch nicht verraten, erst wenn ich ihn habe… Dann gibts auch Fotos, versprochen!

Und wenn ich mich gerade zu Wort melde, möchte ich dabei auch noch allen Besuchern meiner Webseite danken, denn mittlerweile waren das, wie mir gerade auffällt, insgesamt 30.000 an der Zahl! Herzlichen Dank!

In diesem Sinne eine schöne Zeit,

Fabian